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Aktuelle Andachten

 

Monatsspruch Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

Der Monatsspruch für Juni birgt Sprengkraft: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Apostelgeschichte 5,29 Das ist die Antwort von Petrus, als er vor dem Hohen Rat stand als notorischer Unruhestifter. Weder Verwarnungen noch das Gefängnis, dem er gerade wunderbarerweise entronnen ist, können ihm abhalten von Jesus zu erzählen. Das, was er auf den Herzen hat, muss er sagen, koste es ihn auch Kopf und Kragen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“                         Am 24. Juni feiern wir Johannistag. Der Täufer Johannes beeindruckt aufgrund seiner Geradlinigkeit. Johannis sah sich als Wegbereiter für den Messias. „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“, sagte er über sein Verhältnis zu Christus. Er spürte die Zeitenwende, rief die Menschen zur Umkehr auf und viele kamen zu ihm in die Wüste und ließen sich von ihm im Jordan taufen. Johannes ließ sich den Mund nicht verbieten. Unrecht nannte er beim Namen und so kritisierte er auch den damaligen Herrscher Herodes Antipas. Dieser ließ ihn daraufhin verhaften und später enthaupten. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Petrus und Johannes lebten diese Überzeugung und fürchteten auch den Tod nicht, um ihres Glaubens willen. Wie klingt dieser Satz jedoch heute in unseren Ohren? Das Wort „Gehorchen“ kommt uns ungern über die Lippen. Wir denken dabei an „Unterwerfung“ oder „untertänig sein“, das entspricht nicht unserem Drang nach Individualität und Freiheit. Aber eigentlich kommt das Wort Gehorchen vom „Hören“. Natürlich müssen wir in einer guten Beziehung aufeinander hören, einander zuhören, da wir auch zueinander gehören. Ein solches Hören ist von Vertrauen und auch Respekt oder auch Ehrfurcht geprägt. Im Chor singen wir immer dann am besten, wenn wir nicht nur unsere eigene Stimme singen, sondern aufeinander hören. Ein solches „Gehorchen“ führt nicht in die Enge und Unfreiheit, sondern in die Entfaltung. Und ganz sicher spüren wir bei Petrus und Johannes diese innere Freiheit gegenüber den Mächtigen. Jesus selbst sagte „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;“ (Mt. 5,10) und mit den Worten „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“(Mt.22,21), zeigt er die Grenzen der weltlichen Herrschaft auf. Er starb am Kreuz, aber durch seine Auferstehung hat Gott die Pläne aller selbstherrlichen Herrscher bis auf den heutigen Tag durchkreuzt und gezeigt wer letztlich der Mächtigere ist. Seitdem und bis heute haben sich Christen gerade mit diesem Gedanken nicht mundtot machen lassen. Sie haben sich geweigert die römischen Kaiser wie Götter zu verehren, sie haben wie einst Johannes gegen Unrecht protestiert, Widerstand geleistet wie Sophie Scholl, an deren 100. Geburtstag dieser Tage gedacht wurde. Es sind jene Christen, die sich ihren Glauben nicht ausreden lassen, auch unter Androhung von Strafe, wie im totalitären Nordkorea und auch einer islamistischen Bedrohung widerstehen wie im Sudan oder Nigeria.

Nun könnte man einwenden, dass dieser Satz „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ auch missbraucht werden kann. Die Worte „Gott will es.“ (Deus lo vult) war der Schlachtruf, als sich die Kreuzritter nach dem Aufruf des Papstes auf den Weg nach Jerusalem machten. Im vergangenen Sommer war ich in jener Kirche in der französischen Stadt Vezelay gewesen, in der damals Bernhard von Clairveaux durch seine Predigt 1146 für den Kreuzzug begeistert hatte. In der Kirche fand ich ein Holzkreuz, das mich sehr berührte. 1946 - 800 Jahre nach dem fürchterlichen Kreuzzug lag Europa in den Trümmern und Ruinen des 2. Weltkrieges. Die Katholische Kirche Frankreichs rief zu einer Prozession der Buße und Versöhnung – zu einem Kreuzzug des Friedens auf. Ziel war eben diese Stadt Vezelay. Da wurde an die Organisatoren ein Antrag deutscher christlicher Kriegsgefangener herangetragen, sich doch an dieser Prozession beteiligen zu dürfen. Sollte man es ihnen erlauben? Den Feinden? Gott will es. Jesus will die Versöhnung. Es war jenes Kreuz in der Kirche, vor dem ich stand: das „Kreuz der Deutschen“, welches jene Kriegsgefangenen durch die Straßen getragen haben – ein Zeichen von gelebter Versöhnung. So möchte ich dieses Jahr Johannistag feiern in Gedanken an die Monatslosung verbunden mit Jesu Liebesgebot als eine Ermutigung aufeinander zu hören und vor allem nach Gottes Willen zu fragen, im Wissen darum, dass uns Grenzen gesetzt sind, und dass wir immer den Ruf des Täufers zur Umkehr brauchen.

Pfarrerin P. Suárez

 

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Tageslosung vom 18.06.2021
Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

 

 

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